Impro und Systemtheorie

Mehr als zehn Jahre nachdem ich die Uni erfolgreich als Magistra Artium der Philosophie & Soziologie verlassen habe, habe ich im Rahmen einer Trainer-Ausbildung an der Uni Kiel nun endlich auch Luhmanns Systemtheorie verstanden. Und ich habe immer mehr den Eindruck, dass Impro und Systemtheorie ein signifikantes gemeinsames Moment haben: die Reduktion von Komplexität. Continue reading

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Podcast Nr. 37 – Gunter Lösel über die akademische Beschäftigung mit dem Phänomen Impro

Ein Interview, das Impro einmal aus einer ganz anderen Perspektive beleuchtet, hatte ich letztes Wochenende das Vergnügen, führen zu dürfen – und zwar mit Gunter Lösel aus Bremen. Gunter schaut auf das Phänomen Impro aus einem eher theoretisch / akademischen Blickwinkel, was landläufig erst einmal nicht die typische Herangehensweise an Impro ist. Dass eine mögliche Theoretisierung von Impro in der Impro-Szene eher skeptisch aufgenommen wird, findet Gunter bedauerlich. Die Gründe für diese Haltung, sowie wie er dazu gekommen ist, sich auf eine akademische Art mit Impro zu beschäftigen, was er sonst noch macht und wie er zum Verhältnis „Impro als kulturelles Phänomen“ (mit Schwerpunkt eher  auf Persönlichkeitsentwicklung u.ä.) vs. „Impro als neue Kunstform“ steht, erklärt er in dem Folgenden Interview. Ein, wie ich finde, sehr „dichtes“ Gespräch. Viel Spaß beim Hören!

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Podcast Nr. 36 – Dominik Schäfer über seinen Werdegang und wie er zum Impro kam

Letzten Freitag Nachmittag hat mich der (wie immer!!) sehr stilvoll gekleidete Dominik Schäfer in meinem kleinen Studio in Neukölln besucht. Bei gefühlten 40°C Innentemperatur stand Dominik mir Rede und Antwort rund um seinen persönlichen Werdegang, wie er zum Impro gekommen ist und warum ihn die meisten nur als Moderator von Impro-Shows kennen. Ganz nebenbei ist Dominik nämlich auch Doktor der Astrophysik, arbeitet jedoch nicht – wie man vermuten könnte – mit Raumschiffen, sondern mit anderen futuristischen Transportmitteln: Der Berliner S-Bahn.

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Podcast Nr. 35 – Tim Pritlove über’s Podcasten und seine Arbeit beim CCC

Letzte Woche hatte ich die großartige Gelegenheit, beim „Podcast-Papst“ Tim Pritlove in dessen Aufnahme-Studio „Metaebene“ zu Gast sein zu dürfen, um eben mit Tim ein Interview zu führen. Es geht ums Podcasten als solchen (sozusagen ein Meta-Podcast 🙂 ), über Tims Rolle und Arbeit beim Chaos Computer Club und um seine Haltung zu den Leuten, die landläufig als „Hacker“ bezeichnet werden. Besonders gut gefällt mir auch noch einmal Tims Appell am Ende des Interviews, zu einer stärken Vernetzung oder Kooperation der Kunst-(und Theater-) mit der IT-Szene. Auch ich halte das für ein sehr wünschenswertes Ziel.

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Podcast Nr. 34 – Tess Degenstein über ihren Werdegang, ihre Lieblings-Impro-Formate und die IMPRO 2016

Ich freue mich sehr, dass ich gestern Nachmittag endlich einmal wieder die Möglichkeit hatte, einen Podcast aufzunehmen! Im Anschluss an das gerade zu Ende gegangene Impro-Festival der Berliner Gorillas, die IMPRO 2016, habe ich mir die bezaubernde Tess Degenstein aus Kanada als Interviewgast eingeladen. Tess spielt bereits seit ihrem neunten Lebensjahr Impro, und wer sie schon einmal live auf der Bühne erlebt hat weiß, dass sie das mit jeder Pore ihres Körpers ausstrahlt. Schon vor zwei Jahren stellte sie mit ihrer Performance bei der IMPRO 2014 hier in Berlin so einige andere Spieler in den Schatten – der absolute Shooting-Star des damaligen Festivals, daher überrascht es mich nicht, dass die Gorillas sie dieses Jahr noch einmal eingeladen haben. Wie sie dazu gekommen ist – d.h. sowohl zum Impro als auch zum Festival der Gorillas – erzählt sie u.a. in diesem Interview (in englischer Sprache).

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In den Schuhen des anderen gehen – Workshop Interkulturelle Kommunikation meets Impro-Theater

Die Idee

In einer zunehmend internationalen Gesellschaft werden Empathie und die Fähigkeit, „gut“ kommunizieren zu können, immer wichtiger – auch und gerade mit Menschen aus anderen Kulturkreisen. Ich selber kann das bestätigen, denn ich habe zehn Jahre in einem internationalen Technologie-Unternehmen gearbeitet, in dem allein bei uns am Standort Berlin Menschen aus mehr als fünfzig Nationen beschäftigt waren. Ich habe daher ein ziemlich gutes Bild davon, wie es ist, mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen zusammen zu arbeiten.

Was mir dabei stets geholfen hat, waren die Skills, die ich durch das Improvisationstheater gelernt habe: Zuhören, Akzeptieren, achtsam Sein, Fehlertoleranz und eine kooperative Grundhaltung.

Workshop

Um dieses Wissen zu teilen, habe ich zusammen mit Vanessa Marquard-Gummerlich und Erika Shishido Lohmann von der interkulturellen Coaching- und Trainings-Agentur Ilvy beschlossen, einen Wochenend-Workshop anzubieten, der genau diese Fähigkeiten in den Blick nimmt: Im Seminar „In den Schuhen des anderen gehen“ verbinden wir Elemente und Übungen aus dem Improvisationstheater mit theoretischen Konzepten und Modellen aus der interkulturellen Kommunikation.

Während dieses zwei-tägigen Workshops kann man hautnah erleben, wie es sich anfühlt, in den Schuhen des anderen zu gehen. Ziel ist es, die Offenheit und Akzeptanz dem Neuen und Anderen gegenüber zu fördern und ein Bild davon zu bekommen, wie Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen die Welt sehen.

Wir bieten diesen Workshop in Berlin und Hamburg an, jeweils im April und im Juni (genaue Termine siehe unten). Die Teilnahme am Seminar kostet pro Person 230,- EUR. Wer sich bis vier Wochen vor Seminarstart anmeldet, kann noch vom Early-Bird-Tarif von 199,- EUR profitieren.

In Berlin findet der Workshop in den inspirierenden Räumen des Meeet Mitte (Chausseestraße 86 in Mitte – U6 U-Bhf. Schwartzkopffstraße) statt.

Termine

Berlin
16. – 17.04.2016
und
11. – 12.06.2016
Je von 10 – 17 Uhr (inkl. Pause)

Hamburg
09. – 10.04.2016
und
04. – 05.06.2016
im W3-Werkstatt e.V. (Nernstweg 32 – 34 in Hamburg-Altona)

Anmeldung für Berlin und Hamburg hier oder über info@interkulturelles-coaching-hamburg.de.

Flyer als Download

Karte Berlin.001-001

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Gedanken über Hoch- und Tiefstatus

Eine Diskussion, die kürzlich in einer deutschen Facebook-Gruppe für Impro-Spieler statt fand hat mich dazu inspiriert, ein paar Gedanken zum Thema Status aufzuschreiben. Ausgangspunkt der Debatte auf FB war, dass ein Spieler schrieb, er habe häufig Schwierigkeiten, den Tiefstatus zu spielen. Hierauf gab es mehrere Antworten von anderen Spielern mit hilfreichen Tipps und Anregungen zum Spielen des Tiefstatus. Jedoch habe ich beim Lesen dieser Tipps häufig gemerkt, dass mir die Charakterisierung von Hoch- und Tiefstatus zu eindimensional und schablonenhaft sind. Für die Bühne mag das sehr gut taugen, aber sobald es darum geht, den Status-Begriff auch auf das „normale Leben“ auszuweiten, reicht der eindimensionale Begriff von Hoch- und Tiefstatus m.E. nicht mehr aus. Konkret angetriggert hat mich die Aussage, dass es charakteristisches und ihm immanentes Merkmal des Tiefstatus sei, stets nach Sicherheit zu streben, und dass er motiviert ist durch das, was im Außen passiert. Ich glaube, dass es auch Typen mit Hochstatus-Verhalten gibt, deren Antrieb ein immenses Sicherheitsbedürfnis ist, und Tiefstatusse, die in sich ruhen und glücklich sind und nicht von dem, was außen um sie herum ist, abhängig sind oder motiviert werden („Kontemplation“).

Ich halte es da mit Lee Whites Status Begriff, und bisher konnte mich auch noch niemand von einer anderen Meinung überzeugen: Wenn Marilyn Monroe sich herunterbeugt und wispert „Can I have some diamonds, please?“ dann hat sie den hohen Status. Und eine glückliche, in sich sich selbst ruhende und zufriedene Person, hat in der Regel eher einen tiefen Status – und dazu gehört für mich z.B. auch der Dalai Lama.

Vielmehr denke ich, dass das Thema vielschichtiger ist; was ist z.B. mit einem Coach? In der Beziehung Coach-Klient ist er eindeutig in der Rolle mit mehr Macht, also der Hochstatus – und das ist beiden (Klient und Coach) auch klar. Aber in der konkreten Coaching-Situation nimmt der Coach sich total zurück und lässt den Klienten „erblühen“, sich ausleben, in seine Kraft kommen, folgt ihm, indem er ihn spiegelt, nicht dominiert etc. – ist also im Tiefstatus, während der Klient im Hochstatus ist. Ähnlich der Kontrollfreak: Nach außen ist er dominant und kontrolliert und gängelt andere, bis diese möglicherweise völlig entnervt sind. Aber innerlich ist er eine arme Wurst, weil er unsicher ist und nach Sicherheit um jeden Preis strebt – also ein Tiefstatus. Ich bin davon überzeugt, dass es so etwas wie inneren und äußerern Status gibt, von dem wir auf der Bühne jedoch i.d.R. nur den äußeren sehen.

Keith Johnstone charakterisiert den Hochstatus kurz mit ungefähr folgenden Worten „Komm mir nicht zu nahe, oder ich beiße!“ (also bedrohend, bissig) und die Haltung des Tiefstatus als „Tu mir nichts, ich bin es nicht wert!“ – nach dieser Definition dürfte es so etwas wie positiven Hochstatus (der großzügige Chef, der am Wohlergehen und Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter interessiert ist) eigentlich gar nicht geben, denn der Hochstatus ist dann per se „bissig“ und hat eine Tendenz zu drohen, wenn ihm jemand zu nahe kommt oder ihm etwas nicht passt (erzeugt also bei anderen ein latentes Gefühl der Angst).* Aber es gibt solche Leute wie den großzügigen Chef und ich glaube, dass sie genau diejenigen sind, die innerlich den Hochstatus haben, und sich äußerlich aber auch als Tiefstatus geben können, wenn die Situation es verlangt. Und diese Leute sind nicht bedrohlich und „mensch“ hat auch i.d.R. keine Angst vor ihnen – im Gegenteil, „mensch“ vertraut sich ihnen gerne an und lässt sich von ihnen führen. Ich zumindest habe Vertrauen zu solchen Menschen und keine Angst. Von einem bedrohlichen Hochstatus, vor dem ich Angst habe, lasse ich mich hingegen nicht gerne führen.

Auch hier halte ich es mit Lee White: Status ist nicht etwas, das man hat, sondern das andere einem geben. Bzw. würde ich es sogar reziprok, also als Prozess sehen: Jemand kann als Tiefstatus-Person anfangen, tut etwas, das erfolgreich ist und erntet dafür Anerkennung -> bekommt also Status von anderen, und passt vielleicht daraufhin wiederum sein Verhalten an, so dass es „Hochstatus-iger“ wird – woraufhin der Prozess weiter angefeuert werden kann, in einer reziproken Dynamik. Das ist ein Prozess. Auf der Bühne benutzen wir Status jedoch als eine statische Eigenschaft einer Figur, und das ist auch okay so. Denn es gibt unseren Figuren mehr Profil, eine realistische Dimension. Aber im „realen Leben“ ist Status für mich ein Prozess und deshalb wandelbar und veränderlich.

* Und auch den positiven, unbekümmerten Tiefstatus à la Goofy dürfte es nicht geben, weil der Tiefstatus per se permanent ängstlich sein und sich minderwertig fühlen müsste.

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Podcast Nr. 33 – Nils Petter Mørland über ‚Det andre Teatret‘ und deren Romantic Comedy Format ‚And then they met‘

Heute Vormittag besuchte mich ein charmanter junger Mann in meinem kleinen Zuhausestudio in Berlin-Neukölln, um mit mir über eines meiner Lieblingsthemen zu sprechen: Die Liebe! Und Impro. Nils Petter Mørland hat am gestrigen Abend des 7. Januar 2016 mit vier Mitspielern (Mats, Henrik, Kristin & Catherine) seines Ensembles „Det Andre Teatret“ (Das Andere Theater) aus Oslo eine wunderbare improvisierte romantische Komödie auf die Bretter gebracht! Bereits im August war ich während Göteborgs Improfest völlig hingerissen von deren Format „And then they met“.
Nils ist der künstlerlische Leiter (Artistic Director) des Ensembles und erzählt in diesem Interview, das ich mit ihm führen durfte, über sich, die Geschichte des „Anderen Theaters“ und natürlich über das fantastastische Romantic Comedy Format. Viel Spaß mit diesem kuscheligen Thema! Das Interview ist auf Englisch.

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Podcast Nr. 32 – Sonderausgabe: John Remak über das James Bond Format der BATS

Hier kommt eine „Zwischen-den-Jahren“-Sonderausgabe meines Podcasts! Denn bereits im Oktober war John Remak bei mir zu Gast, um über das James Bond Format der BATS zu sprechen. Neben Lisa Rowland und Tim Orr ist John das dritte Ensemble-Mitglied der BATS, das ich interviewen durfte. Und wer nach dem Hören dieser Folge auf den Geschmack gekommen ist: Ab nächste Woche Dienstag (05.01.2015) zeigt das deutsche Fernsehen (ZDF & ZDF Neo) an drei aufeinander folgenden Abenden drei James-Bond Klassiker, mehr Infos dazu hier.

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Podcast Nr. 31 – Katie Freudenschuss über ihre Arbeit als Impro-Musikerin und ihr Soloprogramm

Am Anfang dieser Weihnachtswoche hat es mich nach Hamburg verschlagen, wo ich die große Freude hatte, mit Katie Freudenschuss in deren heimischer Küche in Hamburg-Neustadt zu sprechen. Neben ihrem aktuellen Solo-Bühnenprogramm („Bis Hollywood is‘ eh zu weit“) spricht Katie über ihre Biografie, wie sie zur Musik und nach Hamburg, und schließlich zum Impro-Theater gekommen ist. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Anhören und schöne Weihnachten!!

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