Impro

Liebster Award

„Juchu!“ entfuhr es mir neulich, als ich erfuhr, dass Stephan Ziron mich neulich für den „Liebster Award“ vorgeschlagen hat. Der Liebster-Award scheint nach dem Prinzip eines Kettenbriefes zu funktionieren und bezeichnet sich selbst als einen „Award“ (Auszeichnung), da jeder mitmachende Blog ja von jemand anders ausgezeichnet wurde und selbst auch wieder andere Blogs auszeichnet. Ich möchte gerne zwei Blogs für den Liebster Award nominieren, und zwar einmal den Blog von meinem lieben Kollegen und Freund Andreas Mueller auf seiner Webseite „Hello Presence“, weil Andi zwar nicht viel / oft Artikel veröffentlicht, aber dafür m.E. qualitativ sehr hochwertige, gut formulierte und auf den Punkt gebrachte Artikel mit relevantem und dichtem Inhalt. Und als zweites den Impro Blog von Dan Richter, weil Dan großartige, vielfältige und sehr differenzierte Artikel rund um alle möglichen Themen auf und außerhalb der Impro-Bühne publiziert. Eure Fragen findet Ihr unten. Continue reading

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So, jetzt ma: Hosen runter!

Es gibt eine Frage, die mich seit Längerem umtreibt: Wie schafft man es (auf individueller, oder „individual-psychologischer“ Ebene), die im Impro erfahrenen und gelernten Lessons in den Alltag zu übernehmen und dort zu leben? Einen guten Impro-Lehrer macht m.E. aus, dass er in der Lage ist, eine angstfreie Umgebung zu schaffen, einen weitestgehend bewertungsfreien Raum, in dem sich die Teilnehmer eines Kurses oder Workshops sicher fühlen, so dass es ihnen leichter fällt, sich zu öffnen. Vielleicht muss ein guter Impro-Lehrer auch noch ein paar andere Dinge können, aber das ist m.E. seine oberste Kernkompetenz. Keith Johnstone soll am Anfang seiner Workshops immer gesagt haben: „I want this to be a safe space.“ („Ich möchte, dass dies ein sicherer Raum ist.“) Denn nur in so einem „safe space“ kann es Menschen gelingen, ihre Assoziationskanäle zu öffnen und mit den anderen Teilnehmern des Workshops in Kontakt zu treten*. Und genau das ist ja auch das Geheimnis von Impro, warum es so viel Spaß macht! Continue reading

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Podcast Nr. 41 – Barbara Klehr über Impro in der Therapie

Vor gut einer Woche war Barbara Klehr von der Berliner Impro-Gruppe „die Gorillas“ bei mir zu Besuch und sprach mit mir über ein sehr interessantes Thema, das mich gleichzeitig sehr berührt, nämlich darüber, wie Impro in therapeutischen Kontexten eingesetzt werden kann. Hintergrund ist ein Projekt, das Barbara zusammen mit Regina Fabian (ebenfalls von den Gorillas) initiiert hat, und das den Titel „Impro in der Therapie“ trägt. Die Auftaktveranstaltung hierzu fand Anfang Mai 2017 statt, das nächste Netzwerktreffen gibt es am 25.09.2017, und am Wochenende 14. / 15. Oktober gibt es einen Workshop für Therapeuten*innen und Berater*innen. Continue reading

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Impro-Theater und innere Antreiber

Bereits kurz vor Weihnachten letzten Jahres habe ich einen Blog-Artikel veröffentlicht, in dem es um den Zusammenhang der existenziellen Grundpositionen der Transaktionsanalyse (TA) und Improvisations-Theater geht. Hieran möchte ich nun mit diesem Artikel anknüpfen, und über den Zusammenhang eines weiteren Konzepts aus der TA, dem der sog. „inneren Antreiber“ und Impro-Theater schreiben. Continue reading

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Podcast Nr. 40 – Deniz Döhler über „AuJa! – Autismus akzeptieren und handeln“

Liebe Impro-Podcast-Fans, bitte entschuldigt, dass der Abstand zwischen meinem letzten und diesem Podcast doch recht lang war. Das Leben kam mir dazwischen bzw. brauche ich auch immer einen guten Impuls oder eine Inspiration, wen ich gerne als nächstes interviewen möchte. Diese Inspiration hatte ich jetzt, und heraus gekommen ist ein, wie ich finde, sehr berührendes und bewegendes Interview mit Deniz Döhler aus Berlin. Deniz hat einen Sohn, der mit 22 Monaten die Diagnose „Autismus“ bekommen hat, und hat daraufhin selbst eine Initiative gegründet, die mit den Mitteln und den Haltungen des Improvisationstheaters hilft, zu autistischen Kindern Kontakt anzubahnen und diese aus ihrer Isolation und ihrem vermeintlich deterministischen Schicksal heraus zu holen. Das Projekt ist sehr erfolgreich, nicht nur im Hinblick auf seine Reichweite, sondern auch im Hinblick auf die Kinder und Eltern, die mit diesem Konzept arbeiten. Mehr darüber, sowie über Deniz‘ eigenen biografischen Hintergrund, erfahrt Ihr in den nächsten 104 (!) Minuten.

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Assoziation: die unterschätzte Kraft im Impro

Das Thema „Assoziationen“ oder „Assoziieren“ ist eines, das mir schon seit längerer Zeit „auf der Zunge“ liegt bzw. im Kopf rum geht. Erst in den letzten 12 – 24 Monaten ist mir irgendwann aufgegangen (und wird mir immer klarer / deutlicher), wie wichtig die Fähigkeit, zu assoziieren, fürs Impro-Theater-Spielen ist. Im Grunde liefert sie uns den Stoff für unsere Szenen! Und das ist in der Johnston’schen Schule nicht viel anders als in der von Del Close! Allgemein wird uns gerne suggeriert (oder vielleicht bin ich einfach nur besonders empfänglich für diesen Glaubenssatz), dass es die Ideen des Mitspielers sind, die es aufzunehmen und mit denen es zu spielen gilt. Das ist durchaus richtig, aber die Ideen des Mitspielers wären nichts, ohne meine eigene Assoziationsfähigkeit! Wir sprechen vom „Yes-and’ing“ (wenn jemand mal eine gute Schreibweise dafür hat, immer her damit), und das bedeutet nichts anderes, als die Idee des Mitspielers aufzunehmen, und mithilfe meiner eigenen Assoziationsfähigkeit weiter zu führen, zu ergänzen. Deshalb macht es für Impro-Spieler durchaus Sinn, im Warm-up (oder auch sonst) ihre Assoziationsfähigkeit zu trainieren. Continue reading

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Klischees, Tabus und der innere Zensor

In meinem Impro-Universum ist mir in den letzten Tagen und Wochen immer wieder das Thema „Was darf ich auf der Bühne spielen?“ begegnet. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und ich möchte Euch meine Gedanken dazu gerne mitteilen. Generell ist meine Grundhaltung fürs Impro-Theater: Keine Tabus im Impro. Möglicherweise reagiert der eine oder andere darauf mit Widerstand, nämlich insofern, dass eingewendet wird: Was ist mit frauenfeindlichen, schwulenfeindlichen oder sonstwie menschenverachtenden und diskriminierenden Äußerungen? Die kann man doch nicht einfach so unreflektiert auf der Bühne raus posaunen! Das stimmt. Dennoch plagt mich die Befürchtung, dass aus Ehrfurcht vor und im Angesicht von zu viel „Political Correctness“ das Impro-Spiel darunter leidet. Ferner schränkt uns der ständige Versuch, auf der Bühne so politisch korrekt wie möglich sein zu wollen, in unserer spielerischen Freiheit ein.

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Zwei grundlegende menschliche Bedürfnisse

Vermutlich bin ich nicht die erste, die den folgenden Gedanken hat, und auch nicht die letzte. Ich glaube, dass es zwei grundlegende, konträre menschliche Bedürfnisse und daraus hervorgehende Denk- und Verhaltensmuster gibt:

  1. Der innige Wunsch nach Verbindung, nach Zusammensein, nach Sich-Öffnen und mit anderen verbinden, nach Augenhöhe, nach Kooperation.
  2. Das Bedürfnis, einen Platz in der Hierarchie zu finden, nach Auf- und Abwertung und (Konkurrenz-)Kampf; das, was Keith Johnstone als „Status“ bezeichnet, was man auch als Macht bezeichnen kann und wo es sehr rau und rücksichtslos zugehen kann; das Gegenteil von Verbindung (eher Abgrenzung, aber nicht im Sinne von reaktiver Verteidigung, sondern offensiver)

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Was tun wir psychologisch, wenn wir improvisieren?

Über diese Dinge ist schon viel geschrieben worden, und ich möchte mir auch nicht anmaßen, hier der Weisheit letzten Schluss zu verkünden. Ich möchte lediglich ein paar Gedanken und Aha-Erlebnisse teilen, die ich jüngst hatte. Diese Gedanken sind inspiriert von den „existenziellen Grundpositionen“ aus der Transaktionsanalyse:

Ich bin okay, Du bist okay. (Ich + / Du +)
Ich bin okay, Du bist nicht okay (Ich + / Du -)
Ich bin nicht okay, Du bist okay (Ich – / Du +)
Ich bin nicht okay, Du bist nicht okay (Ich – / Du -) Continue reading

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Podcast Nr. 38 – Patti Stiles über ihren Workshop ‚Scenes that matter‘ und ihre Herangehensweise an Impro

Vergangenes Wochenende war ich in Hamburg und habe einen Workshop bei Patti Stiles besucht, den die Steife Brise organisiert hatte (in deren Büro auch die Aufnahme des Interviews entstanden ist). Natürlich habe ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und habe direkt im Anschluss an den Workshop ein Interview mit Patti aufgenommen, in dem wir u.a. über den Workshop, über ihre Herangehensweise an Impro und natürlich ihre Biografie gesprochen haben. Patti ist Kanadierin und lebt seit 2001 in Australien, wo sie mit ihrer Gruppe Impro Melbourne performed. Warum es „Impro“ und nicht „Improv“ heißt, u.a. das erläutert Patti in diesem Interview – und gibt viele andere Einsichten in ihre Herangehensweise ans Impro-Theater und in die Arbeit Keith Johnstones, in dessen Tradition auch ihre eigene Arbeit steht. Viel Spaß beim Hören!

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