Impro

Macht als zentrale Wirkkategorie des zwischenmenschlichen Zusammenlebens

Ich komme immer mehr zu der Ansicht, dass MACHT die zentrale Kategorie ist, die die Dynamik unseres Zusammenlebens beeinflusst. Vielleicht nicht die einzige, aber auf jeden Fall eine sehr entscheidende, prägende. Gunter Lösel nennt das Thema sogar „das größte Tabu unserer Zeit“ (vgl. Gunter Lösel, Theater ohne Absicht, Plannegg: 2004), und ich stimme ihm zu. Wir haben das Ideal, dass alle Menschen gleich sind, und das Ideal von Augenhöhe in persönlichen Begegnungen und Arbeitskontexten. Und das ist auch gut so!! Und gleichzeitig machen wir im Alltag oft die irritierende Erfahrung von Machtspielchen, Machtmenschen und Manipulationen (sei es durch Hoch- oder Tiefstatus-Verhalten – wie das geht, das habe ich an dieser Stelle bereits erörtert). Continue reading

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Podcast Nr. 47 – Andrés Atala-Quezada über Impro-Musik

Vor kurzem hatte ich mit Andrés Atala-Quezada den dritten Berliner Impro-Musiker (nach Stephan Ziron und Jens Wenzel) in meinem Podcast zu Gast. Andrés begleitet seit fast 20 Jahren namhafte Berliner Impro-Gruppen wie Foxy Freestyle, Scratch Theatre oder die Raketos. Im Interview spricht er über seinen Werdegang, über Impro-Musik und über seine Herangehensweise an „klassische“ (aka nicht-improvisierte) Musik. Viel Spaß beim Hören! Continue reading

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Improvisationstheater spielen ist ein bisschen wie Stockholm-Syndrom…

Ich weiß, der Titel wirkt möglicherweise auf einige Leser etwas… abstoßend oder löst vielleicht sogar Widerstand aus. Dessen bin ich mir bewusst. Deshalb: Lasst mich erklären, was ich meine:

Was mich am Impro-Theater immer mit am meisten fasziniert und beschäftigt hat, ist das Thema „Akzeptieren“ – ich meine damit die Haltung oder Herangehensweise, die Angebote der Mitspieler (oder des Publikums) anzunehmen und weiter zu führen – statt seine eigenen Ideen „durchdrücken“ zu wollen. Continue reading

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Podcast Nr. 45 – Jill Bernard über Impro

Meine mit 17 Minuten bisher kürzeste Podcast-Folge habe ich vor gut zwei Wochen, genau wie das Interview mit Matthieu, ebenfalls in Lyon aufgenommen. Dieses Mal spreche ich mit Jill Bernard aus den USA, die anlässlich des Improvidence Festivals ebenfalls in Frankreich zu Gast war um dort Workshops zu geben und zu performen. Da unser Zeitslot so wahnsinnig kurz war, haben wir es gerade geschafft, über Jills Werdegang, ihr Theater in Minnesota und ihre Herzensbotschaft zum Thema „Impro“ zu sprechen. Ich wünsche Euch viel Spaß bei diesem kurzweiligen und energiegeladenen Interview!! Continue reading

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Podcast Nr. 44 – Matthieu Loos über die Konzepte „Slow“ & „The Matter Work“

Bei meinem Besuch in Lyon in Frankreich letzte Woche anlässlich des Improvidence Festivals mit den Improbanden hatte ich auch die tolle Gelegenheit, Matthieu Loos bei sich zu Hause in Croix-Rousse zu interviewen. Ich kenne Matthieu und sein Konzept „The Matter Work“ aus einem Workshop, den ich 2012 bei ihm und Marko Mayerl besucht habe. Außerdem habe ich ihn schon mehrfach live auf der Bühne gesehen, u.a. zwei Mal zusammen mit Lee White bei „No Exit“ (was jedes Mal ganz großes Kino ist). Hier in Berlin hat er kürzlich im Rahmen des „Our Lives“ Projekts der Gorillas beim Impro-Festival die Show „Walls“ directed. Matthieu ist darüber hinaus Buchautor und Schauspieler in Frankreich. Continue reading

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Status & Drama-Dreieck

So. Es wird Zeit, diesen Blogartikel zu schreiben, der seit nun schon bestimmt einem halben Jahr in meinem Bewusstsein gärt, bevor er völlig überreif und nicht mehr genießbar ist. Wie so häufig kamen die letzten, ausschlaggebenden Impulse von außen, u.a. von Sarah Bansemer, mit der ich mir ab sofort den Impro-Morgen im Meeet teilen werde. Sarah ist Expertin für das Thema „Status“, und auch in diesem Artikel soll es um „Status“ (der Begriff aus dem Impro-Theater, den Keith Johnstone einst prägte – eine recht gute Zusammenfassung dazu findet sich im ImproWiki) gehen. Und auch noch einmal um ein Modell aus meiner geliebten Transaktionsanalyse (TA): Dem Drama-Dreieck! Diese beiden ergänzen sich nämlich auf wundersame Weise ganz herrlich. Continue reading

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Podcast Projekt „ImproZensation“ mit Dorothea Anzinger und Roland Trescher

Heute möchte ich Euch gerne auf ein wunderbares Projekt aufmerksam machen, das ich letztes Jahr die Freude hatte, machen zu dürfen: Mit und für Dorothea Anzinger und Roland Trescher habe ich einen Podcast zum Thema „ImproZensation“ produziert, aus dem jetzt alle zwei Wochen eine neue Folge erscheint. ImproZensation ist ein Konzept, welches die beiden entwickelt haben, bei dem es darum geht, Einsichten, Haltungen und Übungen aus dem Improvisationstheater zur Persönlichkeitsentwicklung zu nutzen. Hierzu bieten die beiden Teaser-Workshops und auch eine ganze Workshop-Reihe an. Wer Interesse daran hat, findet weitere Infos und aktuelle Termine dazu auf der Webseite von Doro und auf der Webseite von Roland.

Vor kurzem wurde Folge 4 zum Thema „Stille“ released, und ich finde, das ist ein guter Anlass, um noch einmal auf diesen tollen Podcast hinzuweisen.

Ihr findet alle Podcast-Folgen bei Podomatic: https://www.podomatic.com/podcasts/improzensation

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Hören!

P.S. Aufmerksame Leser meines Blogs bzw. Hörer meines Podcasts werden wissen, dass ich sowohl mit Roland, als auch mit Doro jeweils ein Interview im Rahmen meines eigenen Impro-Podcasts aufgezeichnet habe. Das Interview mit Doro (vom Oktober 2017) findet Ihr hier, das mit Roland (vom Juli 2015) hier.

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Gedanken über Impro, Abwehr, Ego, Ängste und das, was jenseits des inneren Zensors liegt

Dieser Beitrag schließt gedanklich quasi nahtlos an meinen letzten Artikel von vor drei Wochen an. Mich treibt nach wie vor das Konzept um, dass die Menschen im Kontakt mit anderen i.d.R. eine Fassade zeigen, eine Rolle spielen, so wie Erving Goffmann das z.B. in „Wir alle spielen Theater“ beschreibt. Harald Schmidbauer spricht von der „manischen Abwehr„, und die geht m.E. mit dieser Fassade bzw. Rolle Hand in Hand (wenn auch beide nicht das gleiche sind). Die manische Abwehr dient dazu, die Fassade, die ich nach außen gebe, aufrecht und intakt zu halten. Allerdings merken Menschen natürlich, dass das an Grenzen stößt und ihre Fassade nicht in allen Situationen passt / adäquat ankommt. Dann sehen sie Verbesserungs- und Veränderungsbedarf, aber eben witzigerweise an dieser „Hülle“, ich nenne sie der Einfachheit halber mal „Außenperson“. Continue reading

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Gastbeitrag auf dem Coachimo-Blog: „Yes, and…“ Wie Haltungen aus dem Improvisationstheater Dein Leben verändern können

Im Zuge meiner Teilnahme beim Coachimo Adventskalender durfte ich einen Gastbeitrag im Coachimo-Blog zur Grundhaltung des Impro-Theaters, dem „Yes, and…“ schreiben. Ohne mich selbst loben zu wollen: Ich bin ziemlich zufrieden mit dem Artikel, und deshalb möchte ich ihn auch dieser Stelle gerne nochmal veröffentlichen. Continue reading

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Wir spielen Theater, indem wir nicht mehr Theater spielen

Ich lese gerade ein äußerst interessantes Buch. Der Autor ist Psychoanalytiker, und manch einer mag sich an den Begriffen aus der Welt der Psychoanalyse, die im Buch auftauchen, wie z.B. „narzisstisch“ oder „manische Abwehr“ stören, aber wenn man diese „wertfrei“ (ohne ideologischen Überbau), rein beschreibend liest und interpretiert, ist der Erkenntnisgewinn m.E. groß!

So hatte ich z.B. ein großes Aha-Erlebnis, ausgelöst durch den Begriff „manische Abwehr“. Was Schmidbauer als „manische Abwehr“ beschreibt, bezeichne ich ganz lapidar als „Fassade“, als die Maske, die jeder von uns im Alltag trägt und das (positive) Selbstbild, aus dem diese Maske sich speist, und dessen Aufrechterhaltung für viele oberste Priorität hat. Sofort fühlte ich mich an Erving Goffmans Buch „Wir alle spielen Theater“ (ein Klassiker der Mikrosoziologie) erinnert, in dem er eben genau die These vertritt, dass wir alle auf der Bühne des Lebens uns permanent selbst inszenieren, in verschiedenen Rollen, je nach Kontext. Continue reading

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