3 thoughts on “Impro als Parodie zwischenmenschlicher Beziehungsmuster und -dynamiken

  • By Natalie Arsalan - Reply

    liebe Claudia, die Überschrift hat mich zunächst skeptisch gestimmt, da es zunächst für mich so klang, als ob wir als Spielende Emotionen und Beziehungen in einer Weise parodieren, die impliziert, dass wir menschlich niemanden für voll nehmen. Und bin jetzt sehr angetan von deinem Gedankengang, dass wir spielerisch Beziehungsmuster offenlegen, in einer über das Persönliche hinaus weisenden Art.
    Wenn es nämlich gut läuft, und die Spieler sich nicht weigern, in einer Statusszene die Gefühle von “Ohnmacht” oder “Dominanz” zuzulassen, erleben Zuschauer als auch beim Spielenden ein Gefühl von Freiheit und Verbundenheit: Sich nicht allein mit den zuweilen im echten Leben als einigermaßen schmerzhaft erlebten Herabsetzungen und Statuskämpfen fühlen zu müssen, und die Rollen als Rollen enttarnt zu erleben…
    Vielen Dank für deine, immer interessanten, Reflektionen. Ich finde das wichtig, dass es eine Kultur des Schreibens über Impro gibt! Liebe Grüße Tash

    • By Claudia - Reply

      Liebe Tash, ja ganz genau darum geht es mir – um das Offenlegen von Beziehungsmustern, die eigentlich allgegenwärtig sind, aber über die kaum jemand spricht oder zu sprechen wagt (Gunter Lösel nennt das Thema “Status” das große Tabu unserer Zeit, und ich stimme ihm voll zu). Viel schlimmer noch: diese zwischenmenschlichen Mechanismen von Dominanz, Macht und Ohnmachtsgefühlen prägen uns m.E. weit tiefer, als uns eigentlich bewusst und lieb ist – und das nicht nur in der frühen Kindheit. Es gibt kaum einen Weg, dem zu entfliehen, außer eben, damit spielerisch umzugehen und durch die Distanz, die man durch diesen spielerischen Umgang gewinnt, diese Muster offen zu legen (vor allem für die Zuschauenden). Ich denke, “Spiel” als Therapie ist ohnehin eine sehr wirkungsvolle Methode, und noch wirkungsvoller wird sie, wenn wir mit den Sachen spielen, die uns krank machen.

  • Pingback: Back to the roots - Impro Theater nach Keith Johnstone – Claudia Hoppe

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