Impro

Impro, my love

Mein Interview mit Maike Plath in der vergangen Woche hallt noch in mir nach. Ich merke, wie sehr das doch mein Herzensthema ist – das Verhältnis von Autorität und Freiheit. Und wie viel das für mich auch mit Impro zu tun hat bzw. damit, wie ich Impro verstehe, unterrichten, spielen und leben will! Ich sage manchmal zu meinen Teilnehmern, dass „nicht so schönes Impro“ ist, wenn man als Zuschauer das Gefühl hat, dass nicht die Figuren einen Status-Kampf auf der Bühne haben, sondern die Spielenden. Wenn ich als Zuschauer also merke, dass es in der Szene darum geht, wer die Definitionshoheit (oder m.a.W.: die Macht) hat, und das nichts Spielerisches mehr hat. Keith Johnstone sagte einmal in einem Workshop: „Improvisation should be an exhibition of good nature.“ („Improvisation sollte eine Darstellung von gutem Charakter sein.“ – und auch wenn Johnstone laut eigener Aussage es nicht mag, wenn man ihn zitiert – da muss er jetzt durch). Was er damit meint, oder, was ich verstehe, was er damit meint, ist, dass wir eben nicht den Status-Kampf der Spieler auf der Bühne sehen, sondern wirkliche Offenheit und Kooperation. Continue reading

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Was heißt denn das, „Akeptanz“, in Zeiten von Corona???

Im Anschluss an meinen letzten Blogartikel bekam ich die Frage: Was heißt denn das eigentlich jetzt hier in dieser Corona-Situation, „akzeptieren“? Eine berechtigte Frage. Ich starte erstmal damit, dass ich sage, was akzeptieren für mich NICHT bedeutet. In der aktuellen Situation nehme ich an vielen Stellen, von vielen Menschen sehr unterschiedliche Bewältigungsstrategien wahr, die sich in irgendeiner Art und Weise noch gegen die aktuelle Situation „wehren“ (was ja in ungefähr so sinnvoll ist, wie sich gegen das Wetter zu wehren). Continue reading

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My Corona oder: Wie Skills aus dem Impro durch die Krise helfen können

Der Titel dieses Beitrags lässt vielleicht vermuten, dass ich diese Sache nicht allzu ernst nehme. Ich behaupte mal: Das ist z.Zt. gar nicht möglich, das Thema „Corona“ nicht ernst zu nehmen, da man selbst ja in jedem Bereich seines Lebens irgendwie davon betroffen ist. Und gerade deshalb finde ich einen halbwegs spielerischen Umgang mit diesem Thema wichtig… Und da „My Sharona“ einer meiner All-Time-Favourite-Songs ist, warum soll er nicht für diesen Beitrag Pate stehen.* Continue reading

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Das Gefühl beim Impro

„Ein Buch über Impro zu schreiben ist, wie ein Buch übers Ficken zu schreiben.“ Diesen schönen Satz sagte neulich ein Kollege von mir (da ich nicht weiß, ob der Kollege namentlich erwähnt werden möchte, tue ich es mal lieber nicht) – und ich glaube, er hat Recht. Continue reading

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Forschungsfragen zum Thema „Angewandte Improvisation“ und Improvisationstheater im Rahmen einer Masterarbeit

Normalerweise nehme ich ja in meinem Podcast die Rolle der Interviewerin ein und spreche mit meinen Gästen über ihre Haltung und ihre Einstellungen zum Thema „Impro“. Kürzlich hatte ich jedoch die Freude, einmal selbst „meinen Senf“ zum Thema Impro im Rahmen einer Masterarbeit im Bereich „Theaterpädagogik“ abgeben und Fragen zum Thema Improvisationstheater & Angewandte Improvisation beantworten zu dürfen. Autorin dieser Arbeit ist Carolina Sipos, Theaterpädagogin & Impro-Spielerin aus Bremen, von der auch die Fragen stammen. Hier Carolinas Fragen und meine Antworten: Continue reading

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Back to the roots – Impro Theater nach Keith Johnstone

Ich hatte an anderer Stelle schon einmal darüber geschrieben, inwiefern und warum Impro-Theater eine Parodie unserer zwischenmenschlichen Beziehungen ist. Inzwischen ist diesbezüglich noch ein anderer Aspekt in mein Blickfeld gerückt, der in die gleiche Richtung geht. Dieser Aspekt spiegelt vor allem auch das Gefühl wieder, das ich hatte, als Impro-Theater die ersten Male in mein Leben trat – und wegen dem ich mich so ad hoc in das Impro-Theater verliebt habe. Diesen frechen, anarchischen Geist. Ich beziehe mich im Folgenden insbesondere auf die Strömung des Impro-Theaters, die Keith Johnstone geprägt hat. Continue reading

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Podcast mit Mia Møller und Rama Nicholas im Rahmen der IMPRO2019

Vergangenen Mittwoch hatte ich die große Freude, meinen allerersten Live-Podcast aufzuzeichnen! „Live“ das bedeutet: mit Zuschauen / Zuhörern im Saal, die am Ende auch selbst Fragen stellen konnten. Ich sprach mit Mia Møller und Rama Nicholas im Rahmen des jährlich stattfinden Impro-Festivals der Gorillas, der IMPRO2019. Mia, die aus Kopenhagen stammt, und Rama aus Melbourne kannten sich vorher so gut wie gar nicht, was das Ganze sehr spannend machte. Continue reading

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Podcast Nr. 49 – Sarah Bansemer im Gespräch über „Es gibt keine Fehler im Impro“ und Bewertungen

Ich freue mich riesig, dass ich gestern die Gelegenheit hatte, mit meiner Kollegin Sarah Bansemer über eines meiner Herzensthemen zu sprechen: Nämlich darüber, ob es im Impro wirklich keine Fehler gibt und wie wir mit dem Thema „Bewerten“ umgehen (wollen). Sarah ist Theaterpädagogin und unterrichtet mehrere Amateuer-Theatergruppen, mit denen sie gemeinsam Stücke konzipiert und inszeniert. Darüber hinaus gibt Sarah Workshops zum Thema „Status“.

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Juhu, ich bin beim Impro-Hotel Workshop-Festival dabei!

Ich freue mich mega, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal als Trainerin beim Impro-Hotel Workshop-Festival von Ralf Schmitt im April in Nürnberg dabei sein werde! Das Impro-Hotel Workshop-Festival in Nürnberg ist wie ein kleines Impro-Hotel, nur nicht so weit weg und nicht ganz so lang. Ich werde dort drei Workshops unterrichten:

  1. Small Talk – Der Schlüssel zur Geschichte
  2. Status & Storytelling
  3. Nähe & Kontakt

Alle drei Workshops sind bereits ausgebucht, was mich noch mehr freut! Und auch insgesamt gibt es (Stand 16.01.2019) nur noch einen freien Samstags-Platz beim Workshop-Festival, also ran an den Speck! Denn neben mir sind im April noch viele andere tolle Leute als Trainer mit am Start, auch einige, mit denen ich schon ein Interview für meinen Podcast führen durfte – so z.B. Katharina Butting, Gunter Lösel und natürlich: Ralf Schmitt, the master himself!

Und wer Bock hat: Natürlich gibt es dieses Jahr auch wieder die „richtigen“ Impro-Hotels im Sommer auf Mallorca, und zwar gleich sechs Mal: „Play“ (im Juli), „Classic“ (jeweils im Juli & August), „International“ (im September) und die „Masterclass“ (auch jeweils im Juli und im September). Das Impro-Hotel ist wie eine riesige Klassenfahrt, nur eben nach Mallorca im Sommer anstatt nach St. Peter Ording im Februar, und mit Impro! Macro hat an anderer Stelle bereits sehr ausführlich darüber berichtet und sechs Gründe genannt, warum es sich lohnt, dorthin zu fahren. Ich kann mich seinem Urteil als ehem. Teilnehmerin nur anschließen! Übrigens kann man das Impro-Hotel auch wunderbar mit einem Sommerurlaub auf Malle mit dem oder der Liebsten oder der Familie verbinden. Wenn man schon mal dort ist…

Da die Plätze in den verschiedenen Impro-Hotels nicht nur begrenzt sondern auch heiß begehrt sind, empfiehlt es sich, fix zu buchen bevor alle Plätze weg sind. Und im Moment gibt es sogar noch einen Frühbucherrabatt!! Also: Los gebucht und weg geträumt.

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Impro als Parodie zwischenmenschlicher Beziehungsmuster und -dynamiken

Impro-Theater (zumindest das nach Keith Johnstone) nimmt zwischenmenschliche Beziehungen und -dynamiken auf die Schippe. Es parodiert im Grunde zwischenmenschliche (Standard-)Beziehungsmuster und Machtverhältnisse und hat damit etwas Clowneskes (wie bei Charlie Chaplin oder Rowan Atkinson als Mr. Bean). Das macht sich in Sachen wie Status-Arbeit oder auch „Sexy – Stinky – Silly“ bemerkbar, und in der Form „Theatersport“, die das allgegenwärtige Prinzip des „Gewinnen-Wollens“ auf die Schippe nimmt. Aber auch in Übungen von K. Johnstone wie der „Knüppel-Übung“, die eigentlich keinen weiteren Sinn (im Sinne von Impro-Theater) hat, als das Verhältnis von Master + Servant auf die Schippe zu nehmen und umzudrehen, und damit eine Art „Theater der Unterdrückten“ zu sein. Auf diese Weise bekommt das Johnstone’sche Impro-Theater etwas Anarchisches, Aufwieglerisches. Diese Schiene läuft im Johnstone’schen Ansatz die ganze Zeit mit, neben dem eigentlichen Inhalt der Szene und der Form des Games. Sie ist quasi eine Art Meta-Inhalt oder eine Meta-Schiene. Continue reading

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