Impro als Parodie zwischenmenschlicher Beziehungsmuster und -dynamiken

Impro-Theater (zumindest das nach Keith Johnstone) nimmt zwischenmenschliche Beziehungen und -dynamiken auf die Schippe. Es parodiert im Grunde zwischenmenschliche (Standard-)Beziehungsmuster und Machtverhältnisse und hat damit etwas Clowneskes (wie bei Charlie Chaplin oder Rowan Atkinson als Mr. Bean). Das macht sich in Sachen wie Status-Arbeit oder auch „Sexy – Stinky – Silly“ bemerkbar, und in der Form „Theatersport“, die das allgegenwärtige Prinzip des „Gewinnen-Wollens“ auf die Schippe nimmt. Aber auch in Übungen von K. Johnstone wie der „Knüppel-Übung“, die eigentlich keinen weiteren Sinn (im Sinne von Impro-Theater) hat, als das Verhältnis von Master + Servant auf die Schippe zu nehmen und umzudrehen, und damit eine Art „Theater der Unterdrückten“ zu sein. Auf diese Weise bekommt das Johnstone’sche Impro-Theater etwas Anarchisches, Aufwieglerisches. Diese Schiene läuft im Johnstone’schen Ansatz die ganze Zeit mit, neben dem eigentlichen Inhalt der Szene und der Form des Games. Sie ist quasi eine Art Meta-Inhalt oder eine Meta-Schiene. Continue reading

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Podcast Nr. 48 – Jakob Wurster über Authentizität und Fehler

Diese Woche hatte ich das Vergnügen, zum ersten Mal mit einem Mitglied des Ensembles von Theatersport Berlin in meinem Podcast zu sprechen! Jakob Wurster ist Gründungsmitglied von Theatersport Berlin, Schauspieler und Regisseur. Im Podcast spricht er über eines seiner Herzensthemen, Authentizität auf der Bühne und was genau er darunter versteht. Ich habe unser Gespräch als sehr inspirierend empfunden – aber hört selbst!

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Macht als zentrale Wirkkategorie des zwischenmenschlichen Zusammenlebens

Ich komme immer mehr zu der Ansicht, dass MACHT die zentrale Kategorie ist, die die Dynamik unseres Zusammenlebens beeinflusst. Vielleicht nicht die einzige, aber auf jeden Fall eine sehr entscheidende, prägende. Gunter Lösel nennt das Thema sogar „das größte Tabu unserer Zeit“ (vgl. Gunter Lösel, Theater ohne Absicht, Plannegg: 2004), und ich stimme ihm zu. Wir haben das Ideal, dass alle Menschen gleich sind, und das Ideal von Augenhöhe in persönlichen Begegnungen und Arbeitskontexten. Und das ist auch gut so!! Und gleichzeitig machen wir im Alltag oft die irritierende Erfahrung von Machtspielchen, Machtmenschen und Manipulationen (sei es durch Hoch- oder Tiefstatus-Verhalten – wie das geht, das habe ich an dieser Stelle bereits erörtert). Continue reading

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Podcast Nr. 47 – Andrés Atala-Quezada über Impro-Musik

Vor kurzem hatte ich mit Andrés Atala-Quezada den dritten Berliner Impro-Musiker (nach Stephan Ziron und Jens Wenzel) in meinem Podcast zu Gast. Andrés begleitet seit fast 20 Jahren namhafte Berliner Impro-Gruppen wie Foxy Freestyle, Scratch Theatre oder die Raketos. Im Interview spricht er über seinen Werdegang, über Impro-Musik und über seine Herangehensweise an „klassische“ (aka nicht-improvisierte) Musik. Viel Spaß beim Hören! Continue reading

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Improvisationstheater spielen ist ein bisschen wie Stockholm-Syndrom…

Ich weiß, der Titel wirkt möglicherweise auf einige Leser etwas… abstoßend oder löst vielleicht sogar Widerstand aus. Dessen bin ich mir bewusst. Deshalb: Lasst mich erklären, was ich meine:

Was mich am Impro-Theater immer mit am meisten fasziniert und beschäftigt hat, ist das Thema „Akzeptieren“ – ich meine damit die Haltung oder Herangehensweise, die Angebote der Mitspieler (oder des Publikums) anzunehmen und weiter zu führen – statt seine eigenen Ideen „durchdrücken“ zu wollen. Continue reading

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Podcast Nr. 46 – Lee White über Impro und über sich selbst

Ich freue mich mega-riesig-wahnsinnig darüber, dass ich endlich eines meiner großen Vorbilder und Inspirationen in punkto Impro in meinem Impro-Podcast interviewen konnte: Lee White, der, so klingt es ein wenig an, nicht gerne als „world famous“ bezeichnet werden möchte! 🙂 Und noch mehr freue ich mich darüber, wie viel Zeit sich Lee genommen hat, um mir zu allen Fragen, die mir unter den Nägeln brannten, Rede und Antwort zu stehen. Herausgekommen ist dabei ein (wie ich finde) sehr hörenswertes Interview von 1,5 Stunden Länge, in dem Lee über seinen Hintergrund und Werdegang spricht, seine Herangehensweise an Impro und natürlich auch über die „Church of improv“ (einen Begriff, den er einst in einem Workshop, den ich bei ihm besuchte, prägte). Continue reading

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Podcast Nr. 45 – Jill Bernard über Impro

Meine mit 17 Minuten bisher kürzeste Podcast-Folge habe ich vor gut zwei Wochen, genau wie das Interview mit Matthieu, ebenfalls in Lyon aufgenommen. Dieses Mal spreche ich mit Jill Bernard aus den USA, die anlässlich des Improvidence Festivals ebenfalls in Frankreich zu Gast war um dort Workshops zu geben und zu performen. Da unser Zeitslot so wahnsinnig kurz war, haben wir es gerade geschafft, über Jills Werdegang, ihr Theater in Minnesota und ihre Herzensbotschaft zum Thema „Impro“ zu sprechen. Ich wünsche Euch viel Spaß bei diesem kurzweiligen und energiegeladenen Interview!! Continue reading

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Podcast Nr. 44 – Matthieu Loos über die Konzepte „Slow“ & „The Matter Work“

Bei meinem Besuch in Lyon in Frankreich letzte Woche anlässlich des Improvidence Festivals mit den Improbanden hatte ich auch die tolle Gelegenheit, Matthieu Loos bei sich zu Hause in Croix-Rousse zu interviewen. Ich kenne Matthieu und sein Konzept „The Matter Work“ aus einem Workshop, den ich 2012 bei ihm und Marko Mayerl besucht habe. Außerdem habe ich ihn schon mehrfach live auf der Bühne gesehen, u.a. zwei Mal zusammen mit Lee White bei „No Exit“ (was jedes Mal ganz großes Kino ist). Hier in Berlin hat er kürzlich im Rahmen des „Our Lives“ Projekts der Gorillas beim Impro-Festival die Show „Walls“ directed. Matthieu ist darüber hinaus Buchautor und Schauspieler in Frankreich. Continue reading

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Status & Drama-Dreieck

So. Es wird Zeit, diesen Blogartikel zu schreiben, der seit nun schon bestimmt einem halben Jahr in meinem Bewusstsein gärt, bevor er völlig überreif und nicht mehr genießbar ist. Wie so häufig kamen die letzten, ausschlaggebenden Impulse von außen, u.a. von Sarah Bansemer, mit der ich mir ab sofort den Impro-Morgen im Meeet teilen werde. Sarah ist Expertin für das Thema „Status“, und auch in diesem Artikel soll es um „Status“ (der Begriff aus dem Impro-Theater, den Keith Johnstone einst prägte – eine recht gute Zusammenfassung dazu findet sich im ImproWiki) gehen. Und auch noch einmal um ein Modell aus meiner geliebten Transaktionsanalyse (TA): Dem Drama-Dreieck! Diese beiden ergänzen sich nämlich auf wundersame Weise ganz herrlich. Continue reading

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Podcast Projekt „ImproZensation“ mit Dorothea Anzinger und Roland Trescher

Heute möchte ich Euch gerne auf ein wunderbares Projekt aufmerksam machen, das ich letztes Jahr die Freude hatte, machen zu dürfen: Mit und für Dorothea Anzinger und Roland Trescher habe ich einen Podcast zum Thema „ImproZensation“ produziert, aus dem jetzt alle zwei Wochen eine neue Folge erscheint. ImproZensation ist ein Konzept, welches die beiden entwickelt haben, bei dem es darum geht, Einsichten, Haltungen und Übungen aus dem Improvisationstheater zur Persönlichkeitsentwicklung zu nutzen. Hierzu bieten die beiden Teaser-Workshops und auch eine ganze Workshop-Reihe an. Wer Interesse daran hat, findet weitere Infos und aktuelle Termine dazu auf der Webseite von Doro und auf der Webseite von Roland.

Vor kurzem wurde Folge 4 zum Thema „Stille“ released, und ich finde, das ist ein guter Anlass, um noch einmal auf diesen tollen Podcast hinzuweisen.

Ihr findet alle Podcast-Folgen bei Podomatic: https://www.podomatic.com/podcasts/improzensation

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Hören!

P.S. Aufmerksame Leser meines Blogs bzw. Hörer meines Podcasts werden wissen, dass ich sowohl mit Roland, als auch mit Doro jeweils ein Interview im Rahmen meines eigenen Impro-Podcasts aufgezeichnet habe. Das Interview mit Doro (vom Oktober 2017) findet Ihr hier, das mit Roland (vom Juli 2015) hier.

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