Impro, my love

Mein Interview mit Maike Plath in der vergangen Woche hallt noch in mir nach. Ich merke, wie sehr das doch mein Herzensthema ist – das Verhältnis von Autorität und Freiheit. Und wie viel das für mich auch mit Impro zu tun hat bzw. damit, wie ich Impro verstehe, unterrichten, spielen und leben will! Ich sage manchmal zu meinen Teilnehmern, dass „nicht so schönes Impro“ ist, wenn man als Zuschauer das Gefühl hat, dass nicht die Figuren einen Status-Kampf auf der Bühne haben, sondern die Spielenden. Wenn ich als Zuschauer also merke, dass es in der Szene darum geht, wer die Definitionshoheit (oder m.a.W.: die Macht) hat, und das nichts Spielerisches mehr hat. Keith Johnstone sagte einmal in einem Workshop: „Improvisation should be an exhibition of good nature.“ („Improvisation sollte eine Darstellung von gutem Charakter sein.“ – und auch wenn Johnstone laut eigener Aussage es nicht mag, wenn man ihn zitiert – da muss er jetzt durch). Was er damit meint, oder, was ich verstehe, was er damit meint, ist, dass wir eben nicht den Status-Kampf der Spieler auf der Bühne sehen, sondern wirkliche Offenheit und Kooperation. Continue reading

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Podcast Nr. 53 – Maike Plath über Autorität und Freiheit

In dieser Zeit, in der soziale Kontakte weitestgehend unterlassen werden sollen (zumindest echte, „physische“ Kontakte) und in der sie gleichzeitig um so wichtiger sind, freue ich mich um so mehr, dass ich Ende letzter Woche die Theaterpädagogin und Autorin Maike Plath bei mir im Studio zu Gast haben durfte! Unter Gewahrung des empfohlenen Sicherheitsabstands von 1,5 Metern sprachen wir über mein absolutes Herzensthema im Moment, nämlich über das Verhältnis von Autorität und Freiheit. Continue reading

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Was heißt denn das, „Akeptanz“, in Zeiten von Corona???

Im Anschluss an meinen letzten Blogartikel bekam ich die Frage: Was heißt denn das eigentlich jetzt hier in dieser Corona-Situation, „akzeptieren“? Eine berechtigte Frage. Ich starte erstmal damit, dass ich sage, was akzeptieren für mich NICHT bedeutet. In der aktuellen Situation nehme ich an vielen Stellen, von vielen Menschen sehr unterschiedliche Bewältigungsstrategien wahr, die sich in irgendeiner Art und Weise noch gegen die aktuelle Situation „wehren“ (was ja in ungefähr so sinnvoll ist, wie sich gegen das Wetter zu wehren). Continue reading

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My Corona oder: Wie Skills aus dem Impro durch die Krise helfen können

Der Titel dieses Beitrags lässt vielleicht vermuten, dass ich diese Sache nicht allzu ernst nehme. Ich behaupte mal: Das ist z.Zt. gar nicht möglich, das Thema „Corona“ nicht ernst zu nehmen, da man selbst ja in jedem Bereich seines Lebens irgendwie davon betroffen ist. Und gerade deshalb finde ich einen halbwegs spielerischen Umgang mit diesem Thema wichtig… Und da „My Sharona“ einer meiner All-Time-Favourite-Songs ist, warum soll er nicht für diesen Beitrag Pate stehen.* Continue reading

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Podcast Nr. 52 – Gert Schilling über Erwachsenenpädagogik und Trainerarbeit

„Lieber unauthentisch freundlich, als authentisch unfreundlich“ – das ist das Key Take-away (Schlüsselerkenntnis) aus meinem Gespräch mit Gert Schilling, das ich mit ihm für meinen Podcast geführt habe. Gert arbeitet seit gut dreißig Jahren als Lehrender in der Erwachsenenbildung. Nach seinem Ingenieurs-Studium in Koblenz zog er nach Berlin und studierte hier Weiterbildungsmanagement und Erwachsenenpädagogik an der TU Berlin. Gert unterhält einen kleinen Verlag, der Bücher für Trainer heraus gibt und richtet einmal im Jahr den berühmten Trainerkongress in Berlin aus, eine der größten Veranstaltungen dieser Art im deutschsprachigen Raum. Continue reading

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Das Gefühl beim Impro

„Ein Buch über Impro zu schreiben ist, wie ein Buch übers Ficken zu schreiben.“ Diesen schönen Satz sagte neulich ein Kollege von mir (da ich nicht weiß, ob der Kollege namentlich erwähnt werden möchte, tue ich es mal lieber nicht) – und ich glaube, er hat Recht. Continue reading

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Podcast Nr. 51 – Heidi Janetzky über die heilende Wirkung von Lachen und Lachyoga

Gestern war mit dem vierten Advent nicht nur ein ganz besonderes Datum, um einen Podcast aufzunehmen, sondern ich hatte mit Heidi Janetzky auch einen ganz besonderen Gast! Heidi ist Trainerin für Lachyoga. Ich habe sie im Februar dieses Jahres bei der Impropedia in Potsdam kennen gelernt, bei der ich als Spielerin zu Gast sein durfte und Heidi die Expertin war. Seitdem habe ich immer wieder an das Thema gedacht und freue mich nun, eine Folge in meinem Podcast dazu zu veröffentlichen. Continue reading

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Podcast Nr. 50 – Nadine Antler über Impro-Theater nach Keith Johnstone

Yeah, große Freude!! Ein Jubiläums-Podcast – denn dies ist bereits die 50. Folge meines Impro-Podcasts und ich habe mich sehr gefreut, hierzu eine Person begrüßen zu dürfen, die aus der deutschen Impro-Szene nicht mehr weg zu denken ist; sie ist Gründerin des wohl bekanntesten und berühmtesten deutschen Impro-Festivals, sie hat unzählige eigene Impro-Formate entwickelt und jettet darüber hinaus regelmäßig durch die Welt, immer auf der Suche nach neuen Ideen und Inspirationen für ihre Arbeit: Nadine Antler!

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Gedanken über Authentizität

In den letzten Wochen und Monaten ist mir in meinem Leben in verschiedenen Kontexten immer wieder der Begriff „Authentizität“ über den Weg gelaufen. Die einen sind glühende Verfechter von Authentizität und fordern mehr davon, die anderen halten mehr Authentizitt für eine Schwachsinnsforderung. Ich finde, für beide Positionen gibt es gute Argumente und deshalb habe ich überlegt, wo ich mich in dieser Thematik eigentlich positioniere… Und ich bin zu folgendem Schluss gelangt: Die Forderung nach Authentizität (bzw. die Authentizität selbst) erfordert ein gewisses Maß an geistiger bzw. psychischer Gesundheit. Continue reading

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Mein idealer Coach

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe im Laufe der letzten ca. zehn Jahre mit einigen Coaches zusammen gearbeitet, vielleicht könnte man auch sagen: Einige Coaches verschlissen. Dabei war ich sehr lange (über fünf Jahre) bei einer Person, meinem allerersten Coach, und das hat mich sehr geprägt. Einige würden vielleicht sogar sagen, dass unser Coaching-Prozess eher einer Therapie gleich kam – aber was da so genau die Unterschiede sind, erschließt sich mir ehrlich gesagt eh nicht so. Erfrischend und einleuchtend finde ich da die Perspektive, die Noni Höfner + Lotte Cordes z.B. haben, die diesen Unterschied nämlich auch nicht machen. Continue reading

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