All posts by Claudia

Podcast Nr. 40 – Deniz Döhler über „AuJa! – Autismus akzeptieren und handeln“

Liebe Impro-Podcast-Fans, bitte entschuldigt, dass der Abstand zwischen meinem letzten und diesem Podcast doch recht lang war. Das Leben kam mir dazwischen bzw. brauche ich auch immer einen guten Impuls oder eine Inspiration, wen ich gerne als nächstes interviewen möchte. Diese Inspiration hatte ich jetzt, und heraus gekommen ist ein, wie ich finde, sehr berührendes und bewegendes Interview mit Deniz Döhler aus Berlin. Deniz hat einen Sohn, der mit 22 Monaten die Diagnose „Autismus“ bekommen hat, und hat daraufhin selbst eine Initiative gegründet, die mit den Mitteln und den Haltungen des Improvisationstheaters hilft, zu autistischen Kindern Kontakt anzubahnen und diese aus ihrer Isolation und ihrem vermeintlich deterministischen Schicksal heraus zu holen. Das Projekt ist sehr erfolgreich, nicht nur im Hinblick auf seine Reichweite, sondern auch im Hinblick auf die Kinder und Eltern, die mit diesem Konzept arbeiten. Mehr darüber, sowie über Deniz‘ eigenen biografischen Hintergrund, erfahrt Ihr in den nächsten 104 (!) Minuten.

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Assoziation: die unterschätzte Kraft im Impro

Das Thema „Assoziationen“ oder „Assoziieren“ ist eines, das mir schon seit längerer Zeit „auf der Zunge“ liegt bzw. im Kopf rum geht. Erst in den letzten 12 – 24 Monaten ist mir irgendwann aufgegangen (und wird mir immer klarer / deutlicher), wie wichtig die Fähigkeit, zu assoziieren, fürs Impro-Theater-Spielen ist. Im Grunde liefert sie uns den Stoff für unsere Szenen! Und das ist in der Johnston’schen Schule nicht viel anders als in der von Del Close! Allgemein wird uns gerne suggeriert (oder vielleicht bin ich einfach nur besonders empfänglich für diesen Glaubenssatz), dass es die Ideen des Mitspielers sind, die es aufzunehmen und mit denen es zu spielen gilt. Das ist durchaus richtig, aber die Ideen des Mitspielers wären nichts, ohne meine eigene Assoziationsfähigkeit! Wir sprechen vom „Yes-and’ing“ (wenn jemand mal eine gute Schreibweise dafür hat, immer her damit), und das bedeutet nichts anderes, als die Idee des Mitspielers aufzunehmen, und mithilfe meiner eigenen Assoziationsfähigkeit weiter zu führen, zu ergänzen. Deshalb macht es für Impro-Spieler durchaus Sinn, im Warm-up (oder auch sonst) ihre Assoziationsfähigkeit zu trainieren. Continue reading

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Klischees, Tabus und der innere Zensor

In meinem Impro-Universum ist mir in den letzten Tagen und Wochen immer wieder das Thema „Was darf ich auf der Bühne spielen?“ begegnet. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und ich möchte Euch meine Gedanken dazu gerne mitteilen. Generell ist meine Grundhaltung fürs Impro-Theater: Keine Tabus im Impro. Möglicherweise reagiert der eine oder andere darauf mit Widerstand, nämlich insofern, dass eingewendet wird: Was ist mit frauenfeindlichen, schwulenfeindlichen oder sonstwie menschenverachtenden und diskriminierenden Äußerungen? Die kann man doch nicht einfach so unreflektiert auf der Bühne raus posaunen! Das stimmt. Dennoch plagt mich die Befürchtung, dass aus Ehrfurcht vor und im Angesicht von zu viel „Political Correctness“ das Impro-Spiel darunter leidet. Ferner schränkt uns der ständige Versuch, auf der Bühne so politisch korrekt wie möglich sein zu wollen, in unserer spielerischen Freiheit ein.

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impro live! Podcast mit Ella Amann

In den vergangenen Monaten hatte ich immer wieder das große Vergnügen, an einem ganz tollen Projekt für die impro live! Akademie mit Ella Amann zu arbeiten: Dem impro live! Podcast.

Die Idee ist, dass über ein Jahr lang jede Woche eine Folge dieses Podcasts erscheint, d.h. insgesamt 52 Folgen. Gestartet sind wir Anfang Dezember 2016. Hierbei beginnen wir mit fünf Folgen rund um das Thema „neue Arbeits- und Trainingswelt 4.0“, womit wir den Rahmen des Projekts abstecken. Die nächsten fünf Folgen beschäftigen sich mit den fünf Lern- und Entwicklungsfeldern, die Ella und die impro live! Akademie für ihre Arbeit identifiziert haben, und schließlich sprechen wir 42 Folgen lang über die einzelnen Leitsätze dieser fünf Lern- und Entwicklungsfelder.

In einigen Folgen werden Ella und ich im Gespräch zusätzlich von Roland Trescher begleitet und unterstützt, der ebenfalls für die impro live! Akademie tätig ist.

Mir haben die bisherigen Aufnahmen sehr viel Spaß gemacht und ich denke, ein paar Folgen sind echte Juwelen geworden, die mich selbst jedes Mal, wenn ich sie wieder höre, sehr berühren.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ganz viel Spaß beim Reinhören und viele inspirierende Momente! Ihr findet den impro live! Podcast auf den Webseiten der impro live! Akademie: http://impro-live-akademie.com/impro-live-podcast/

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Für den BIM im Radio und das gleich zwei Mal!

Im Rahmen des großartigen BIM (Berliner Impro Marathon), der kommendes Wochenende bereits schon zum fünften Mal steigt, war ich diese Woche gleich zwei Mal im Radio zu hören!

Das erste Mal am Dienstag bei der „Berliner Runde – Herzblut freie Szene“ zusammen mit macro und Thomas Jäkel (auch beide im BIM Orga-Team) auf Colaboradio:

Download MP3 (110 MB)

Und das zweite Mal gestern Vormittag im Interview mit Katia Berg bei FluxFM bei der Sendung „Stadt.Land.Flux“

Download MP3 (13 MB)

Ich weiß, dass das keine Entschädigung für den so lange nicht mehr erschienenen Podcast ist, aber vielleicht habt Ihr ja trotzdem Lust, mal rein zu hören!

Und kommt natürlich morgen alle zum BIM ab 18 Uhr in die Brotfabrik!! Tickets gibt’s ermäßigt schon für 10,- EUR (Vollpreis: 16,- EUR).

 

BIM_Verlauf

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Manipulation

Ich habe lange mit mir gehadert, aber nun fühle ich mich doch berufen, einen Blog-Artikel zum Thema „Manipulation“ zu schreiben. Der Begriff „Manipulation“ hat einen sehr schlechten Ruf, insbesondere im Zusammenhang mit NLP (sog. „Neurolinguistisches Programmieren“) oder verwandten Techniken. Er hat dort so sinngemäß die Bedeutung: Jemand anderen dazu bringen etwas zu tun, das er „eigentlich“ nicht möchte (und das ihm vielleicht sogar schadet). Tendenziell kombiniert damit, dass ich einen Vorteil davon habe, während die Folgen für den anderen mir egal sind. Der Begriff hat auch etwas von „übertricksen“, übertölpeln, austricksen u.ä.

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Zwei grundlegende menschliche Bedürfnisse

Vermutlich bin ich nicht die erste, die den folgenden Gedanken hat, und auch nicht die letzte. Ich glaube, dass es zwei grundlegende, konträre menschliche Bedürfnisse und daraus hervorgehende Denk- und Verhaltensmuster gibt:

  1. Der innige Wunsch nach Verbindung, nach Zusammensein, nach Sich-Öffnen und mit anderen verbinden, nach Augenhöhe, nach Kooperation.
  2. Das Bedürfnis, einen Platz in der Hierarchie zu finden, nach Auf- und Abwertung und (Konkurrenz-)Kampf; das, was Keith Johnstone als „Status“ bezeichnet, was man auch als Macht bezeichnen kann und wo es sehr rau und rücksichtslos zugehen kann; das Gegenteil von Verbindung (eher Abgrenzung, aber nicht im Sinne von reaktiver Verteidigung, sondern offensiver)

Diese beiden sind wie Ying und Yang, das Weibliche (Verbindende), und das Männliche (Kämpferische, Aggressive). Man kann diese beiden auch als Schwestertugenden im Modell des Entwicklungsquadrats von Schulz von Thun anordnen, jeweils mit ihren beiden Übertreibungen (die Übertreibung von 1. ist sicherlich ein übertriebenes Streben nach Symbiose; was die Übertreibung der des zweiten Verhaltensmusters ist, sehen wir tagtäglich in Kriegen, Gewalt und anderen Negativ-Schlagzeilen). Selbstwirksamkeit kann der Mensch m.E. in beiden Kategorien erfahren.

Aus beiden dieser Bedürfnisse resultieren Verhaltens-, Denk- und Fühlmuster. Ich glaube, in unserer Gesellschaft gibt es eine starke Überbetonung des zweiten Musters. Das ist das Muster, das die Leute „auf dem Schirm“ haben und nach dem sie sich hauptsächlich verhalten, das ihr Denken und damit auch häufig ihr Fühlen dominiert. Und in der Logik dieses Musters ist die Person „besser“, die höher in der Hierarchie steht, mehr Macht hat, einen höheren Status hat usw. Und da dies „besser“ ist, nehmen die Leute an, dass sie dadurch auch glücklicher und zufriedener werden, wenn sich ihr Status (Status nach Keith Johnstone) erhöht. Ein Stück weit stimmt das mit Sicherheit auch. Und da das größte Streben der Leute das nach Glück ist, und die Annahme ist, wenn man nur einen „hoch-genugen“ Status hat, sei man glücklich, sind die Leute in einem permanenten Kampf, einem Konkurrenz-Kampf um in der Hierarchie nach oben zu kommen, und sie verlieren dadurch die Verbindung zu anderen Menschen. In einigen Fällen geht dies dann sogar mit Gewalt einher, oder mit extremem „Fahrradfahren“ auf Arbeit, in dem andere Menschen rücksichtslos abgewertet werden, um sich selbst aufzuwerten.

Und irgendwann merken die Menschen, dass sie unglücklich sind. Und manche versuchen dann, ihren Status noch weiter zu erhöhen, werden vielleicht noch gewalttätiger und werten andere noch mehr ab, alles auf der Suche nach Glück und Zufriedenheit. Aber das hilft nicht, denn die Leute versuchen, Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Denn ich glaube, was ihnen fehlt kommt nicht aus der 2. Kategorie, sondern aus der 1. Kategorie! Was ihnen fehlt ist die Verbindung zu anderen Menschen, der echte Kontakt, die Begegnung auf Augenhöhe, bei der zwei (oder mehr) Menschen sich „ungeschützt“ treffen – ungeschützt deshalb, weil keiner Angst haben muss, dass der andere ihn „bombardiert“, mit ihm kämpfen will, sondern ihn so annimmt, wie er ist. Danach sehnen sich die Menschen, dies ist m.E. ein echtes Grundbedürfnis wie das nach Luft, Nahrung und einem Dach über dem Kopf. Sie sehnen sich natürlich auch nach anderen Dingen, aber in unserer Gesellschaft, die das zweite Muster so überbetont, und in der das erste Muster deshalb oft als Schwäche gilt, glaube ich, dass es das ist, was den Menschen eigentlich fehlt. Und das lernen sie häufig erst langsam durch Coaches und Therapeuten. Das dazugehörige Verhalten dazu zu lernen dauert oft Jahre, denn der Impuls, sich zu schützen, in Konkurrenz zu gehen, andere abzuwerten und seinen eigenen Status zu erhöhen ist so stark, dass die Mauern nur mühsam eingerissen werden können. Manche Frauen bekommen Kinder, nur um dieses erste Bedürfnis (nach Kontakt) in ihrem Leben erfüllt zu wissen, und dann müssen die Kinder als Erfüller dieses Bedürfnisses herhalten; tun sie dies nicht, dann geraten sie in Schwierigkeiten – physisch oder viel häufiger psychisch wird das abgrenzende Verhalten dann bestraft.

Wieder andere Menschen spüren vielleicht, dass das eigentlich ihr Bedürfnis ist (das Bedürfnis nach Liebe, Verbindung), gestehen es sich aber nicht ein oder zu. Denn sie haben irgendwann mal gelernt, dass das ein Zeichen von Schwäche ist, oder dass es bedeutet, dass sie von anderen abhängig sind, und dass das etwas Schlechtes ist, in solch einer Abhängigkeit zu stehen.

Was wir im Impro-Theater versuchen, und wenn es gut läuft, auch erreichen, ist, das erste Bedürfnis zu erfüllen und eine Verbindung zwischen den Spielenden entstehen zu lassen. Anstatt in einem ständigen Konkurrenz- und Status-Kampf zu sein, öffnen sich die Spieler und gehen eine Verbindung zueinander ein. Dies ist das grundlegende Akzeptieren, von dem wir so viel sprechen. Hierbei geht es nicht darum, seine eigenen Ideen und Pläne „gegen die anderen“ durchzudrücken, sondern offen für die Angebote der Mitspieler zu sein, diese anzunehmen und weiter zu führen – und dabei gleichzeitig in einer wohlwollenden Haltung der Verantwortungsübernahmebereitschaft (tolles Wort!) zu sein und dem anderen „unter die Fittiche“ zu greifen, wenn dieser gerade mal keine Idee hat. Auf diese Art und Weise entsteht im Idealfall ein angstfreier Raum, in dem die Spieler frei assoziieren und sich „verbinden“ können, anstatt ihre Ideen und Pläne permanent aneinander zu messen und zu versuchen, diese gegeneinander „durchzudrücken“. Dies ist alles andere als einfach, denn das zweite o.g. Verhaltensmuster hat sich fest im Denken, Fühlen und Verhalten der meisten Menschen eingebrannt – so fest, dass es ihr Verhalten wie in einem Automatismus steuert. Es bedarf einer hohen Aufmerksamkeit und Präsenz, dieses Muster immer wieder zu unterbrechen.

Im Idealfall erhält das zweite Muster – das nach Konkurrenz – nur als Parodie Einzug ins Impro-Theater, z.B. in Formaten wie Theatersport. Echten Wettkampf sollte es m.E. im Impro-Theater nicht geben, dann wird Impro-Theater magisch für Spielende und Zuschauende, denn dann entsteht Flow.

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Was tun wir psychologisch, wenn wir improvisieren?

Über diese Dinge ist schon viel geschrieben worden, und ich möchte mir auch nicht anmaßen, hier der Weisheit letzten Schluss zu verkünden. Ich möchte lediglich ein paar Gedanken und Aha-Erlebnisse teilen, die ich jüngst hatte. Diese Gedanken sind inspiriert von den „existenziellen Grundpositionen“ aus der Transaktionsanalyse:

Ich bin okay, Du bist okay. (Ich + / Du +)
Ich bin okay, Du bist nicht okay (Ich + / Du -)
Ich bin nicht okay, Du bist okay (Ich – / Du +)
Ich bin nicht okay, Du bist nicht okay (Ich – / Du -)

Jeder von uns kennt diese Positionen und wir alle befinden uns mal mehr in der einen, mal mehr in der anderen – wobei jeder Mensch seine bevorzugte(n) Grundposition(en) hat. Laut Eric Berne, dem Erfinder der Transaktionsanalyse, ist die Grundposition, aus der wir am effektivsten (sinnvollsten, hilfreichsten) kommunizieren können, die erste (Ich + / Du +), jedoch gelingt es keinem von uns, diese Position immer und durchgehend, d.h. auch in Stress- oder Konfliktsituationen, aufrecht zu erhalten – und das ist auch in Ordnung. Während das Überlegenheitsgefühl aus Ich + / Du – laut Berne möglicherweise auf ein tiefer liegendes Gefühl der Minderwertigkeit schließen lässt, kann Ich – / Du – als vorübergehende Entlastung der Position Ich – / Du + verstanden werden, wobei ein zu häufiges und zu langes Verharren in dieser Position zu Gefahr für Leib und Seele werden kann (Berne nennt diese Grundposition deshalb auch die „suizidale“ Grundposition).

Was passiert nun beim Impro? Beim Impro lernen wir als erste Grundhaltung, zu akzeptieren. Ich merke immer wieder, was für eine große Entlastung diese Grundhaltung für viele Impro-Schüler bedeutet. Plötzlich müssen sie nicht mehr kämpfen und alles ist so leicht. Dabei ist das, was wir im Impro „akzeptieren“ nennen, nichts anderes als die existenzielle Grundposition Ich + / Du + (Ich bin okay, Du bist okay). Am Anfang klappt das meist gut, nach ein paar Stunden Improvisieren fallen die Leute dann jedoch häufig in andere, ihnen bekannte Muster und Grundpositionen zurück und fangen wieder an, „zu kämpfen“.

M.E. macht das jedoch die Magie von Impro aus: Das Einnehmen der Haltung „Ich bin okay, Du bist okay – und jetzt improvisieren wir zusammen, und was wir beide machen, ist gut.“ Im Alltag sind wir schnell dabei, andere (oder in perfiden Fällen: uns selbst) abzuwerten. Dies stellt häufig einen Schutz vor gefühlten oder tatsächlichen Angriffen dar. Bei einigen Menschen ist das Gefühl des Angriffs, und das daraus resultierende Bedürfnis, sich zu schützen, jedoch so latent allgegenwärtig, dass sie permanent am Abwerten anderer sind.

Das ist der Unterschied zwischen „Judging“ und „Perceiving“, den der Myers-Briggs-Test (der wiederum auf C.G. Jung zurück geht) macht: Die Person, die eher „perceiving“ ist, wertet nicht so schnell – und wertet damit andere (oder sich selbst) nicht so schnell ab; auch hier findet sich also implizit die Grundposition Ich + / Du + wieder.

Was heißt das jetzt also? Es heißt, dass Impro-Theater eine wunderbare Möglichkeit bietet, die Position Ich + / Du + spielerisch zu erleben und zu erlernen, und kann damit auch vorübergehende seelische Entlastung vor allem für die Menschen mit sich bringen, die sich permanent in einem existenziellen Kampf befinden (ich weiß das, denn ich war früher selbst so).

Es bedeutet darüber hinaus, dass Spontanität (und Schlagfertigkeit) nichts anderes ist, als die Position Ich + / Du +, wie man wunderbar in diesem kleinen Filmchen sieht, das ich heute früh auf Facebook gesehen habe:

Was die Dame macht, ist nichts anderes, als dass sie die „Angebote“ der Männer akzeptiert und weiterführt („yes-anding“ sagt der Angelsachse). Auch sie benutzt die Grundposition Ich + / Du +. Das „klassische“ Schema, das bei solcherlei „Anmachen“ jedoch abläuft ist: Frau fühlt sich angegriffen, wertet als Reaktion den anderen (Mann) ab. Vielleicht gibt es auch Frauen, die stattdessen sich selbst abwerten („Ich bin es nicht wert, seine Aufmerksamkeit zu bekommen!“) – in beiden Fällen ist jedoch Abwertung im Spiel. Die Lady, die wir hier so souverän durch New York marschieren sehen, wertet jedoch weder sich, noch ihre „Anmacher“ (sichtlich) ab. In diesem Sinne:

Frohe Weihnachten! Verschenkt Wertschätzung (einige nennen es auch Liebe), es ist das schönste Geschenk, das Ihr machen könnt.

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Podcast Nr. 39 – Luisa Winkler über das Würzburger Improtheater-Festival

Ziemlich verschnupft (man hört es leider) saß ich letzten Mittwoch zusammen mit Luisa Winkler im Büro des Cairo Jugendkulturhauses in Würzburg und sprach mit ihr über das Würzburger Impro-Festival, dessen Leiterin Luisa auch ist. Das Würzburger Improtheater-Festivals ist eines der erfolgreichsten in Deutschland und zieht jedes Jahr mehr als 100 Besucher aus aller Welt an. Dieses Jahr (2016) fand das Festival zum 15. Mal, und zum ersten Mal unter einem Motto („Diggin‘ deeper“). Viel Spaß beim akustischen Eintauchen in diese ganz eigene Welt!

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Podcast Nr. 38 – Patti Stiles über ihren Workshop ‚Scenes that matter‘ und ihre Herangehensweise an Impro

Vergangenes Wochenende war ich in Hamburg und habe einen Workshop bei Patti Stiles besucht, den die Steife Brise organisiert hatte (in deren Büro auch die Aufnahme des Interviews entstanden ist). Natürlich habe ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und habe direkt im Anschluss an den Workshop ein Interview mit Patti aufgenommen, in dem wir u.a. über den Workshop, über ihre Herangehensweise an Impro und natürlich ihre Biografie gesprochen haben. Patti ist Kanadierin und lebt seit 2001 in Australien, wo sie mit ihrer Gruppe Impro Melbourne performed. Warum es „Impro“ und nicht „Improv“ heißt, u.a. das erläutert Patti in diesem Interview – und gibt viele andere Einsichten in ihre Herangehensweise ans Impro-Theater und in die Arbeit Keith Johnstones, in dessen Tradition auch ihre eigene Arbeit steht. Viel Spaß beim Hören!

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